Posted by on 23. Oktober 2017

Autoren können schreiben, rechnen nicht unbedingt.

Nachgezählt und festgestellt: Erst am 21.10.2017 fand die siebte Lesung des Flensburger Autorentreffs in der Bergmühle statt. Dennoch schon fast Kult. Davon zeugt u. a. der Vorverkauf. Keine zwei Tage dauerte es und die 70 Karten waren vergeben. Das dieses Konzept einer Veranstaltung mit bildender Kunst, Musik und Texten so gut ankommt, macht uns alle froh und auch ein wenig stolz. Und ich summe einen Tage später immer noch “Glück ist wie ein Schmetterling.”

Und so erzählten die Autoren/innen zu der stets perfekt dazu passenden Musik des Duos Traumfänger (Susanne Post und Dieter Korinth) ihre Geschichten. Dass „Spontanität gelernt sein will“, erzählte uns ironisch und mit vielen Lachern begleitet Angela Dumrath, doch z. B. fiel die Spontanität gerade der Heldin in „Der Sommertag“ von Anna Fietz  schwer. Zu sehr lastete die Trauer des Abschieds auf ihr. Besser erging es dem kranken Jungen in Jutta Dethlefsens  „Wegerich“. Hoffnung kann Seele und Geist heilen und so spielte der Junge zur Erleichterung aller am Ende der Geschichte wieder. Wer bei der „Geschäftsidee“ von Jürgen Hargens und den „Froteetüchern“ von Ingalies K. Friebel an eine gemeinsame Präsentation in der Höhle des Löwens dachte, irrte. Jürgens setzte auf Speedating, während sich Ingalies Geschichte um Verlust und Reue drehte. Vielleicht wären ja die Katzenhaarpullover aus Frauke Linds „Der Pullover“ ein Verkaufsschlager, da sie allergiefrei sind. Während sich Außerirdische die Menschheit  in Britta Bendixens „Bäh“ betrachten und ihr kein so gutes Zeugnis ausstellen, lässt „ Gutes sehen schützt – gutes Sehen nützt“ von Ulrich Borchers ein wenig hoffen. Auch wenn Gott Amor eine Niete ist, ist die Liebe doch eine Himmelsmacht. Und Hein Fisch, vertreten durch Lorenz-Peter Andresen weiß, dass „Alt sein“ dazu führt, alles ein wenig gnädiger zu betrachten.

Eingerahmt wurde dies alles durch passende Bilder der ausstellenden Künstlerinnen Birgit Jahn und Hilke Heinsen, deren Impressionen u. a. vom Meer, der Küste und seinen Bewohnern erzählten.

Das dies alles so gut ankam, davon zeugte der warme Applaus am Ende der Veranstaltung. Die „Hausherrin“ Frauke Schumacher vom Verein zur Erhaltung der Bergmühle nickte zur Frage nach einer evtl. Veranstaltung in 2018. Wir freuen uns darauf.

Ulrich Borchers

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