Ein Geschenk

Posted by on 19. Oktober 2016

Bereits zum siebten Mal organisierte der Flensburger Autorentreff in Kooperation mit dem Verein zur Erhaltung der Bergmühle die dortige Lesung. Wie jedes Jahr wurden auch am 15.10.2016 nicht nur Geschichten gelesen, sondern darüber hinaus präsentierten regionale Musiker und Künstler ihr Können. Alles wie gehabt? Nein, irgendwie nicht, denn nicht nur Moderator Ulrich Borchers empfand diese Lesung als etwas Besonderes, oder wie er es ausdrückte: „Das war ein Geschenk“.
Bilder von Dorothee Ellerbrock und Birte Jansen sowie Künstlerpuppen von Inge Harck aus der Galerie Holm 35 bildeten den Rahmen in der aufgrund des kurz zurückliegenden Erntedankfestes wunderschön geschmückten Mühle. Das passte einfach. Und schon die ersten Worte an das Publikum zeigten, wie hervorragend unsere neue Mikrofontechnik die Lesung begleiten würde. Schlichtweg perfekt!
Abwechslungsreich waren die Geschichten von Lorenz-Peter Andresen, Jutta Dethlefsen, Anna Fietz, Sigrid Dobat, Jürgen Hargens, Angela Dumrath, Lillian Grzesiak und Ulrich Borchers. Von mystisch bis realitätsnah, von rührend bis aufrüttelnd, von ernst bis lustig reichte die Bandbreite. „Die Qualität der Texte hat mich zugegebenermaßen überrascht“, stellte eine „Erstbesucherin“ erstaunt fest. Aber auch „Wiederholungstäter“ waren des Lobes voll. So weit so gut, aber die kongeniale Unterstützung der Sängerin Inge Lorenzen steigerte dies alles noch. Punktgenau traf die Sängerin mit ihren modernen, plattdeutschen Liedern den Nerv der Geschichten. Das war eine perfekte Symbiose von Literatur und Musik. Und als sie nach der ernsten Geschichte des Moderators Ulrich Borchers, die von einer jungen Mutter und einer Schicksalsentscheidung an einer Babyklappe handelte, das Lied „Frei wie der Wind“ op platt vortrug, war es soweit. Da versagte dem Vortragenden die Stimme und als Moderator brachte er mit Müh und Not hervor: „Pause.“ Einer von vielen Gänsehautmomenten dieses Abends.
Mit einer gewohnt humorvollen Geschichte Lilian Grzesiaks, die alle zum Lachen brachte und dem Klassiker „Fresenhof“ gesungen von Inge Lorenzen endete (mit „Zugabe-Rufen) das offizielle Programm. In der Verabschiedung bedankten wir uns bei einem herausragenden Publikum, das in den vergangenen zwei Stunden jede Nuance wahrgenommen hatte und mit Applaus belohnte. Wie um den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu beweisen, wurden die vortragenden Künstler mit einem tollen Abschiedsapplaus gefeiert. Da war jeder von uns tief bewegt. Ab und zu stimmt einfach alles, dies war eine dieser Lesungen.
Einige Rückmeldungen von Zuhörer/innen:

  • Das war eine wunderbare, stimmungsvolle Lesung, mit tollen Geschichten, einer schönen Kunstausstellung und den zauberhaften Liedern von Inge Lorenzen. Die Zeit verflog viel zu schnell und ich hätte noch stundenlang weiter Geschichten und Lieder hören können. Ich bin sehr bewegt nach Hause gefahren und freue mich jetzt schon auf das nächste Mal. Danke an alle!
  • Diese 2 Stunden waren zum Niederknien schön.

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