Lesung des Flensburger Autorentreffs in der Bergmühle

Posted by on 25. November 2015

Das war mehr als eine Lesung! Vielmehr trafen sich am 10. Oktober 2015 nun schon zum fünften Mal Musikerinnen, malende Künstler, Literaten und als Premiere eine Puppenkünstlerin im Flensburger Kulturdenkmal, der Flensburger Bergmühle. Unser Ziel ist es, dem Publikum die Vielfalt und Leistungsfähigkeit der regionalen Kulturszene nahe zu bringen.

 

Das nordfriesische Duo Alauda untermalte unsere Geschichten mit klassischer und moderner Musik auf Harfe, Gitarre und Blockflöte. Christine Burghard und Judith Petersen zogen dabei mit ihrer Musik die Zuhörer in ihren Bann. Da stimmte einfach alles: Gefühl, Technik, Musikauswahl. „Ganz großes Kino“, wie es heutzutage heißt.

 

Textlich startete Jürgen Hargens mit der lustig-klugen Geschichte über eine Frau am Scheideweg, die auf die Warnung: „Geld oder Leben!“ nur entgegnet: „Nehmen sie doch Beides!“. Ein gelungener Start in den Lesenachmittag. Amüsant ging es weiter mit dem Briefwechsel der Freundinnen Anna und Else, launig vorgetragen von Lilian Grzesiak. Sie bewies uns wieder, dass sie das schwere Handwerk der leichten Kost meisterhaft beherrscht. Fester Bestandteil unserer Lesungen sind ebenfalls die in Versform vorgetragenen Erlebnisse des Flensburger Seemanns, Hein Fisch. Wie immer im besten Slang erzählt von ihrem Erfinder Lorenz-Peter Andresen. Natürlich stilsicher im Fischerhemd! Haben wir im Leben eine zweite Chance? Was passiert wenn man im Leben eine Weiche in der Vergangenheit neu stellt? Eine Antwort lieferte uns Frauke Lind mit ihrer Geschichte „Aus der Zeit gefallen“. Den Abschluss vor der Pause lieferte Peter Zylmann mit seinem „Geliebten Scheusal“. Die Herausforderungen eines jungen Vaters mit seinem Säugling und die Umsetzung der gegoogelten Ratschläge entließen die Zuhörer mit guter Laune in die Pause.

 

In der Pause konnte die noch vom Erntedankfest wunderschön geschmückte Bergmühle und die ausgestellte Kunst bewundert werden. Farbenfrohe, eindrucksvolle Bilder von Birgit-Jendrossek und Birte Jansen sowie perfekt in Szene gesetzte Künstlerpuppen von Inge Harck fügten sich harmonisch in das Ensemble der Mühle ein. Das war einfach schön anzusehen und zu bewundern. Eine gelungene Werbung für die Galerie Holm 35 in der sie mit anderen regionalen Künstlern ausstellen. Empfehlung: Unbedingt besuchen! http://www.holm35.de . Frauke Schumacher und ihr Team von der Bergmühle sorgten derweil für das leibliche Wohl der Gäste.

 

Unsere textliche und inhaltliche Vielfalt stellte dann Angela Dumrath unter Beweis. Ihre durch den Dokumentarfilm „Indiens verlorene Töchter“ inspirierte Geschichte „Gekauftes Glück“ war so ganz anders als die Geschichten vor der Pause und hinterließ tiefen Eindruck bei allen Zuhörenden. An den ernsten Gesichtern konnte die Fassungslosigkeit über diese uns so fremden Schicksale von „Fremdmüttern“ abgelesen werden. Mit der Geschichte „Die Geliebte“ führt uns Jutta Dethlefsen mit klugen Sätzen und schönen Formulierungen vordergründig in das Schicksal eines Musikinstrumentes ein. Entlassen wurden wir nachdenklich. Was macht eine Beziehung aus, und was könnte durch den „Reiz des Neuen“ an tiefen, echten Gefühlen verloren gehen? Eine Geschichte die Eindruck hinterließ. Lorenz-Peter Andresen erzählte dann von Walfischen und Maulwürfen, bevor Moderator Ulrich Borchers die letzte Geschichte des Nachmittags „Seestern“ präsentierte. Böse, lustig und skurril wurden die Erlebnisse eines coolen Strandkorbbesitzers, seinem „prolligen“ Strandkorbnachbarn und dessen wunderschöner Geliebter vorgetragen. Eine Geschichte die unsere Lesung mit einem Lächeln auf den Gesichtern der Zuhörer/innen beendete.

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